Frau von inhaftiertem Blogger spricht: "Eines Tages wird Raif einfach da sein"

Frau von inhaftiertem Blogger spricht: "Eines Tages wird Raif einfach da sein"

"Ich habe meine Hoffnung nicht verloren" Vom sonnigen Saudi-Arabien ins eher kalte Kanada. Mittlerweile haben sich Ensaf Haidars Kinder an den Schnee in ihrem neuen Zuhause gewöhnt. Seit knapp drei Jahren lebt die Familie des inhaftierten arabischen Bloggers Raif Badawi im kanadischen Quebec. Als Badawi 2012 ins Gefängnis kommt, können die drei gerade noch rechtzeitig aus ihrer Heimat Saudi-Arabien fliehen.

Besonders die Kinder leiden untern der Trennung vom Vater: "Die Kinder fragen oft und das obwohl sie schon wissen, dass ihr Papa im Gefängnis ist: 'Wo ist Papa, kommt er bald wieder.' Sie fragen, jeden Tag. Und ich kann es ihnen einfach nicht beantworten. Es ist so schwer", berichtet Ensaf Haidar

Weil sich ihr Mann offen für die Trennung von Religion und Staat einsetzt, muss er für zehn Jahre ins Gefängnis - zusätzlich soll Raif 1000 Stockschläge bekommen. Als ein Video von den ersten Hieben auftaucht, protestieren zahlreiche Menschen gegen die Folter - auch in Berlin vor der Botschaft Saudi-Arabiens. Wie qualvoll diese Art der Bestrafung ist, hat der Pfarrer Neville Tan am eigenen Leib erfahren müssen.

"Das Schlimmste sind nicht die Hiebe an sich, sondern die aufgerissene Haut, die bleibt. Du kannst keine Hose anziehen, du kannst nicht schlafen, du kannst nicht sitzen. Und im Gefängnis zwingen sie dich dann, die Hose anzuziehen und dich zu setzen. Das ist die wahre Bestrafung."

Für die Familie bleibt im Moment nur die Hoffnung, und die wollen die Drei auf keinen Fall aufgeben. "Ich habe meine Hoffnung nicht verloren. Ich habe immer Hoffnung. Ich glaube daran, dass eines Tages Raif einfach da sein wird – als Überraschung, ohne dass ich davon weiß. Dann stell ich mir vor wie er an die Tür klopft. Ich glaube der Tag wird kommen", sagt Ensaf Haidar

Original article here at rtl.de

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